Les chiens abandonnes 2006-2009

Die künstlerische Vorgehensweise von Birgit Pleschberger ist es, die kleinen, weißen Hunde aus Ton an verschiedenen Orten zurückzulassen. Das Hunde-Objekt transferiert Gefühle, ist ein Mittel, reale Gefühle gegenüber eines Menschen oder eines Tieres zu ersetzen. Ihr künstlerisches Konzept basiert auf dem Prinzip des Gleichgewichts zwischen Wirklichkeit und Wunsch, zwischen der Fast-Realität und des Scheins, zwischen Treue und Abenteuer. Dieses Prinzip der Ausgewogenheit wird verkörpert durch ein Objekt oder eine Serie fotografischer Beweisstücke und soll so zu einer Trägerin einer poetischen Aufgabe, einer Idee verdichtet und visualisiert werden. Ihre Werkzeuge beweisen Unschuld und Imagination.

Ihre Pariser Aktion, sieben Hunde an verschiedenen Orten in Paris – vor dem Restaurant „Mon chien stupide“, Rue de Boyer, in der Metro Station Pont Marie, in der Kirche St. Germain des Prés, vor einem „SexVideo-Laden“, Rue St. Denis, in den Katakomben, in der Tierhandlung Pont Neuf und in der Behörde für Fundgegenstände – auszusetzen, ist eine ganzheitliche und kollaborierende. Indem sie am Hals des Hundes auch einen Zettel mit einer kurzen Erklärung und ihrer Emailadresse zurücklässt, versucht sie, mehr über das Schicksal ihres Objektes und des neuen „Herrchens“ zu erfahren.

Ihr Projekt der Aufgabe, des Verlassens ist ständig „in Bewegung, niemals am Ziel, die Kunst verloren zu sein, ohne sich zu verlieren“(Zitat Filliou)

Wanda Mihuleac (frei aus dem Französischen)