Army of Lovers 2011


Die Installation baut sich auf 18 reduzierte Zeichnungen von Menschen auf, die immer von vorne, in klaren und meist symmetrischen Positionen dargestellt sind. Alternierend werden diese von hinten beleuchtet und geben so ein Mehr an Bild und Information preis.
Der Titel der Installation „Army of lovers“ setzt sich aus zwei Wörtern und somit Sinnbedeutungen zusammen, die scheinbar Gegensätzliches beinhalten. Die Armee, eine bewaffnete Gruppe von Menschen, die sich auf kriegerische Art und Weise für ein Ziel einsetzt, fusioniert mit den „Liebenden“ , die weniger auf der Handlungs- sondern auf der Gefühlsebene agieren. Das Kriegerische der Armee wird somit aufgehoben bzw. in Frage gestellt. Das Merkmal einer Gruppe, wie sie auch eine Armee darstellt, ist die der Individualitätsaufgabe. Eine Gruppe ist geleitet durch einen Führer und impliziert ein Gruppenverhalten, dass mit einer gewissen Selbstaufgabe, der Aufgabe einer persönlichen Handlungs- und Entscheidungsfreiheit einhergeht.. Die Körperhaltung der Figuren und auch deren Mimik ist am ersten Blick meist gerade und kühl, die Weichheit und Emotion versteckt hinter einem Schutzpanzer, einer Rüstung.

Soldaten wie auch Liebende befinden sich in einem Ausnahmezustand und sowie Soldaten einen Teil ihrer individuellen Handlungs- und sogar Denkfähigkeit opfern, so wird auch Liebenden oft ein
Verlust an Klarsicht zugesprochen. Sinne sind oft vernebelt, das Denken tunnelartig, Rationalität entweder bis zur Irrationalität gesteigert oder ausgeschaltet.
Die army of lovers fusionieren zu einer Vision, einer Gruppe von Individualisten, eigenständigen Persönlichkeiten mit klaren Zielen und Botschaften. Sie sind menschlich, verletzlich, unverwundbar, liebevoll und entschlossen zugleich.
Das Licht fungiert hier als aufdeckendes Element. Es enthüllt Dinge, die erst verborgen sind, zeigt die dargestellten Personen in einem anderen, vielleicht im wahren Licht, durchleuchtet sie, deckt sie auf.

peacemakers/ video 4’28”

Das Video peacemakers zeigt wiederum Personen dieser Armee. Die Modelle bewegen und verschieben sich, reihen sich auf, staffeln sich, ordnen sich, trennen sich, sammeln sich wieder neu. Ein lustvolles Spiel voller Ironie und ein innerer Kampf zugleich. Harmonie und Disharmonie paaren sich und der trashige Rhythmus unterstreicht und zerreißt.